Brasilien – Fazenda Ipe

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Farm: Fazenda Ipe
Varietät: Red Catuaí
Aufbereitung: Natural
Höhe: 1.125 Meter über dem Meeresspiegel
Besitzer: Nicolau Minami & Familie
Ort: Rio Paranáiba
Region: Cerrado Mineiro
Land: Brasilien

Geschmacksprofil: Erdbeere, fruchtig, Schokolade

Lieferzeit: 3-5 Werktage

Produkt enthält: 1 kg

Artikelnummer: B_Brasilien_Ipe Kategorie: Schlagwörter: , , , , , , , ,

Beschreibung

Zusätzliche Information:

Es mag Sie überraschen zu erfahren, dass Brasilien die größte japanische Bevölkerung außerhalb Japans beheimatet. Derzeit leben rund 1,5 Millionen Menschen japanischer Abstammung im Land, dies prägt auf vielfältige und überraschende Weise die Kultur Brasiliens. Was Sie vielleicht auch nicht wissen, ist, dass die Japanisch-Brasilianer nahtlos in die Kaffeeproduktion des Landes eingebunden sind.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts boomte Brasiliens Kaffeeindustrie. Wie in so vielen anderen Ländern auch, war die Industrie jedoch auf schändliche Weise auf dem Rücken afrikanischer Sklavenarbeiter aufgebaut worden, und als Brasilien die Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1888 durchsetzte, blieben sie mit einem Arbeiterproblem zurück. Sie suchten weit und breit und griffen zuerst auf europäische Einwanderer
zurück – insbesondere aus Italien, um die Wirtschaft zu stützen. Dies erwies sich jedoch als unzureichend.

Damals hatte Japan mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Seit mehr als 200 Jahren (die Edo-Periode), war Japan nach einem strengen, feudalen System regiert worden und hatte sich in einer völlig isolationistischen Außenpolitik engagiert. Als 1868 die Meiji-Revolution anbrach war Japan ein Imperium, doch der Fokus war eher nach außen als nach innen gerichtet. Dies führte zu einer demografische Krise und
tiefgreifenden soziale Veränderungen.

Meiji-Änderungen zielten darauf ab, Japan wieder für die Welt zu öffnen. Und als Teil dieses Prozesses erkannte das Land die Notwendigkeit einer schnellen Modernisierung, um schnell ein hohes Maß an industrieller und militärischer Entwicklung zu erreichen, um mit dem Westen konkurrieren zu können.Finanziert wurde dieser radikale gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel vor allem durch die Erhebung von hohen Steuern für die Landwirte und durch Mechanisierung der Landwirtschaft, wo auch immer es möglich war. Dies wiederum führte zu einer ländlichen Armut. Viele vertriebene Bauern und Arbeiter begannen die lange Reisein die Städte, um nicht zu Verhungern und ihr Überleben zu sichern. Diejenigen, die in die Städte ziehten, mussten allerdings feststellen, dass ihre neue Heimat auf diese Landflucht nicht vorbereitet war. Die „Auswanderung“ wurde als Mittel entwickelt/ angeboten, um soziale Unruhen und Druck auf die Regierung zu vermeiden. Auch die neue Regierung sah den Vorteil des Exports der „überlegenen“ japanischen Kultur, welches nur die Reichsziele des Landes fördern würden.

Brasilien mit seinem Bedarf an Arbeitskräften war einer der Hauptbegünstigten in dieser Politik (sie haben es möglicherweise auch als Exportweg gesehen, um mehr Kaffee nach Japan zu bringen!). 1907 unterzeichneten die brasilianische und die japanische Regierung einen Vertrag, der den Japanern Migration nach Brasilien erlaubte. Im folgenden Jahr ankerte das erste Schiff mit japanischen Einwanderern
im Hafen von Santos. Hunderte von Familien und später Tausende kamen nach Brasilien und verfolgten den Traum vom Geld verdienen mit
dem „Brasilianischen Gold“ – also Kaffee. Ehrlich gesagt erwarteten viele dieser neuen Migranten, dass sie wohlhabend nach Japan zurückkehren würden, aber die Realität, als sie in Brasilien ankamen, sah anders aus. In den ersten sieben Jahren kamen mehr als 14.000 japanische Migranten in Brasilien an. Von 1917 bis 1941 kamen mehr als 164.000 neue Einwanderer an, davon gingen etwa 75 % nach Sao Paulo, um im
Kaffeegeschäft zu arbeiten. Anstatt wie ursprünglich geplant nach Hause zurückzukehren, blieben viele.

Nicolau´s Story:

Die Erfahrungen der Vorfahren von Nicolau Minami fügen sich nahtlos in diese Geschichte ein.
Am 16. Juni 1927 kam Goro Minami (Nicolaus Vater), im Alter von 11 Jahren, mit seiner Familie nach Brasilien. Sie hatten Japan über den Seehafen Kobe auf dem Kanagawamaru-Schiff verlassen. Nach zwei Monaten auf See waren sie angekommen. Ihr Traum, ihr eigenes Land zu kultivieren und zu bebauen, sollte ein paar Jahre später Realität werden.

Zusammen mit 250.000 anderen japanischen Einwanderern gingen sie in Brasilien an Land; in der Hoffnung, ihren eigenen Traum zu verwirklichen: ein besseres Leben, Frucht für Frucht in Kaffeeplantagen zu ernten – die damals als goldene Gelegenheit galten.In Japan hatten die Menschen gehört, dass Kaffee wertvoller als Gold sei, und wie viele der früheren Siedler, kamen auch die Minamis in der Hoffnung an, ein Vermögen zu machen und schließlich nach Japan zurückzukehren.

Die Straßen waren jedoch nicht mit Gold gepflastert und sehr schnell stellte sich eine andere Realität ein. Arbeit fand die Familie auf der Fazenda Promissão im Bundesstaat São Paulo und dort lernten sie Kaffee anzubauen. Die Arbeit war hart und die Bezahlung minimal, aber nach und nach konnten sie dank ihrer harten Arbeit und Genügsamkeit genug Geld sammeln, um eine kleine Farm in Santa Mariana zu kaufen, im Norden des Bundesstaates Paraná. Als Familie bewirtschafteten sie das Land zusammen, und Jahre später, 1940, erwarb Goro sein eigenes Stück Land und bepflanzte es zusammen mit seiner Frau Mitsuyo (ebenfalls eine Einwanderin) mit Kaffee. Später gründeten sie eine Familie. Dort wurde 1947 Nicolau Minami geboren.

Nicolau lernte alles über die Landwirtschaft von seinem Vater und übernahm dabei die „perfektionistische“ Natur und Arbeitsmoral seines Vaters.
Er bearbeitete das Land zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder, aber die Möglichkeiten des Wachstums wurden dort wo sie wohnten zunehmend eingeschränkter, da der Platz knapp wurde. Er, sein Bruder und sein Vater begannen über Möglichkeiten zu diskutieren, neues Land zu kaufen und die familiären Investitionen zu erweitern.

Nach einem schweren Frost im Jahr 1975, der die Kaffeeernte schwer beschädigte, verließ Nicolau seine Familie (mit der vollen Unterstützung seines Vaters) auf der Suche nach seinem eigenen Glück. Er kam allein in die Region Cerrado Mineiro in Minas Gerais an, um Kaffee anzupflanzen. Er war einer der ausgewählten Junglandwirte um Teilnehmer im Alto Paranaiba Rural Ansiedlungsprogramm, bekannt als PADAP (Programa de Assentamento Dirigido do Alto Paranaíba), zu werden. Dies ist eine innovative Gruppe, welche auf die Entwicklung der Landwirtschaft in der Region abzielt, die damals sehr unterentwickelt war. Ein zusammenhängendes Stück Land wurde in 100 Partien für die neuen Siedler – viele japanischer
Abstammung – aufgeteilt, um dort mit der Landwirtschaft beginnen.

Das erste von Nicolau erworbene Land war Fazenda Olhos d’Água, damals auch Lot 71 genannt. Viel später – Anfang der 2000er – wurden weitere Höfe erworben: Lot 41 und Lot 42 wurden zu Fazenda Santo Antonio und 2019 trat Fazenda Ipe in die Führung der Familie Minami ein.
Die Familie hat zusammengearbeitet, um Kaffee und andere Feldfrüchte zu etablieren (bspw. Kartoffeln, Karotten, Knoblauch, Sojabohnen, Mais und Weizen). Heute besitzen sie eine Gesamtfläche von 2.000 Hektar mit verschiedenen Anbaugebieten. Mehr als 20 % des Landes in Cerrado Biome ist geschützt.

Heute betreibt Nicolau seine Farmen mit Hilfe seiner Tochter Yuki, die sich sehr für die Kaffeespezialitäten-Produktion interessiert. Dies hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das andere Familienunternehmen, Aequitas Coffee Exporters, vom Boden abheben (siehe weiter unten). Auch sein Sohn Walter und seine weitere Tochter sind eng mit den landwirtschaftlichen Betrieben verbunden.

Das Ziel der Familie ist es, alle Aspekte der Landwirtschaft zu verbessern – mit Schwerpunkt auf die „Wiederernte“ – mit dem Ziel der Steigerung der Produktion von Kaffeespezialitäten. Insgesamt 250 Hektar werden dem Kaffeeanbau gewidmet. Zusammen beträgt die durchschnittliche Prouktion der drei Farmen 6.000 Säcke. 20% dieser Produktion werden auf dem Spezialitätenmarkt verkauft, aber das Ziel ist es, diesen Prozentsatz in den kommenden Jahren deutlich zu steigern. Bisher haben sie schon mehrere Preise für die Qualität ihres Kaffees gewonnen – einschließlich der Platzierung als nationaler Gewinner im jüngsten Cup of Excellence-Wettbewerb. Im Erntejahr 2014/2015 haben sie auch mit zwei neuen, relevanten Projekten begonnen: zum einen mit der biologischen Landwirtschaft und zum anderen die Rückverfolgbarkeit von Kaffee.

 

Zusätzliche Informationen

Gewicht n. v.
Röstprofil

Brühkaffee

Körper

mittel

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